Obwohl es so offensichtlich sinnvoll ist, die hygienische Qualität der Milch zu untersuchen, bevor sie in den Verarbeitungsprozess gelangt, ist dies kein einfach zu erreichendes Ziel.
Die traditionelle Petrifilm-Methode zur Bakterienprüfung benötigt zwei Tage, bis das Ergebnis vorliegt. In dieser Zeit befindet sich die Milch bereits in der Produktion. Die Alternative, nämlich die direkte Zählung unter dem Mikroskop (DMC) und die direkte Somatische Zellzählung (DMSCC) erfordern den Umgang mit chemischen Reagenzien. Außerdem ist das Ergebnis immer subjektiv abhängig vom jeweiligen Mitarbeiter.
Die BacSomatic-Tests für die Zählung sowohl von Bakterien wie von somatischen Zellen nutzen eine Technologie namens Durchflusszytometrie und liefern Ergebnisse in weniger als zehn Minuten.
Als James Black, Manager für Qualitätskontrolle und -sicherung bei den Dairy Farmers of America, von der Möglichkeit hörte, diese neue Lösung zu testen, lag das für ihn auf der Hand. "Wir haben uns für die Teilnahme an dem Versuch interessiert, weil es einen neuen Weg zur gleichzeitigen Untersuchung auf Bakterien und somatische Zellen bietet", sagt er. "Das größte Potential ergibt sich aus der Alternative zu den heute gängigen Tests wie der DMC-Methode, bei denen ein Mitarbeiter eine physische Zählung durchführt, bei der aber ein subjektiver Spielraum besteht."
Der geringe Platzbedarf dieses handlichen, einfach zu bedienenden Gerätes macht es auch für das relativ kleine Labor seines Betriebs interessant.
Bei Molkereiprodukten nicht mehr im Dunkeln tappen
Das BacSomatic ist nicht nur konsistenter als subjektive Tests, es liefert auch Ergebnisse für beides, sowohl die Anzahl der Bakterien wie die der somatischen Zellen. Und das alles innerhalb von nur zehn Minuten, also unvergleichlich schneller als der traditionelle Petrifilm-Test.
Die Erzeuger erhalten damit die Möglichkeit, die Rohmilch gleich bei der Anlieferung im Kühlwagen zu prüfen. Dies führt zu größeren Erträgen im gesamten Prozess, weil die Produkte dank der konsistenteren Rohstoffqualität effizienter hergestellt werden können.
"Dies kann für größere Molkereien ein sehr guter Weg sein, um angelieferte Milch anzunehmen oder zurückzuweisen", sagt Black.
Von koloniebildenden Einheiten zur individuellen Bakterienzählung
Das BacSomatic war für einige Monate versuchsweise bei einem DFA-Betrieb. Dort bestand die Möglichkeit, sich mit dem Gerät vertraut zu machen und zu prüfen, ob die Ergebnisse mit den herkömmlichen Methoden wie Petrifilm-Zählung oder Zählung unter dem Mikroskop übereinstimmen.
Black führte regelmäßige Überprüfungen durch, um zu sehen, wie das neue Verfahren gegenüber dem alten abschneidet, meist im Verhältnis einer herkömmlichen Zählung zu 25 BacSomatic-Tests. Er führte keine offizielle Studie durch, aber die über viele Monate vorgenommenen Tests gaben ein klares Bild über die Leistungsfähigkeit ab.
Meist war die Anzahl etwas größer als bei der manuellen Zählung, aber das überrascht nicht, weil das BacSomatic auf Basis der individuellen Bakterienzählung (IBC) zu einem genaueren Ergebnis führt, während die manuelle Zählung oder die Mikroskop-Methode nach den koloniebildenden Einheiten (KBE) schaut.
Dieses Prinzip der individuellen Bakterienzählung erklärt auch die wesentlich kürzere Zeit bis zum Ergebnis. Während koloniebildende Einheiten über einen Zeitraum von zwei oder drei Tagen wachsen, arbeitet das BacSomatic mit Inkubationskammern, die ungefähr acht Minuten benötigen, um die Milch für die Zählung aufzubereiten – mit gerade so vielen Bakterien, wie für eine verlässliche Aussage über den Zustand der Probe notwendig sind. Die tatsächliche Zählung der Bakterien, die auf den Inkubationsschritt folgt, dauert etwa anderthalb Minuten. Die Somatische Zellzählung geht mit zweieinhalb Minuten ähnlich schnell.