Mit dem zunehmenden Fokus auf Lebensmittelsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit hat die Röntgentechnologie Einzug in viele Fleischproduktionen gehalten. Seit Einführung der röntgenbasierten Fleischanalyse mit dem MeatMaster™ im Jahr 2003 hat es sich als hervorragende Möglichkeit bewährt, durch die effektive Steuerung des Fett-/Magerfleischanteils und die Fremdkörpererkennung Qualität und Erträge zu steigern. Mittels Röntgentechnologie wird das gesamte Fleisch, das den MeatMaster passiert, zu 100% gescannt.
Was sind nun die Vorteile von Röntgen beim Fleisch und warum zählt die fortschrittliche Technologie in der MeatMaster-Lösung zum Goldstandard der Fleischbranche? Wir haben mit unserer Röntgenexpertin Elisabeth Ulrikkeholm und der Datenwissenschaftlerin Marie Top Mygind über die Vorteile des Röntgens und die in der MeatMaster-Lösung eingesetzte Anwendung gesprochen.
Warum wurde Röntgen zu so einer wertvollen Technologie in der Fleischindustrie?
"Röntgen ist vor allem als Technologie bei der Gepäckdurchleuchtung in der Sicherheitskontrolle bekannt, oder wenn man sich unglücklicherweise ein Bein gebrochen hat, usw.", erläutert Elisabeth. "Aber es ist auch ein zuverlässiges Verfahren zum Aufspüren von Fremdobjekten wie Knochen oder Metall im Fleisch sowie zur Erkennung des inneren Anteils von Fett und Magerfleisch geworden.
Wie funktioniert das Röntgen beim MeatMaster™?
“Der MeatMaster ist eine sehr präzise Lösung für die Inline-Fettanalyse und hat sich als Goldstandard für die Fettanalyse in der Fleischindustrie durchgesetzt. Er kann sowohl bei der Erzeugung von rohen Fleischstücken (Zerlege- und Entbeinungsbetriebe) wie bei Herstellern von Fleischprodukten genutzt werden, wo Teilstücke als Rohware zum Einsatz kommen. Die Teilstücke können auf Fremdkörper geprüft werden, wenn sie den Betrieb in Boxen oder in Combos als loses Fleisch verlassen", erläutert Elisabeth, bevor sie die Technologie dahinter erklärt.
"Bei der Untersuchung von Fleisch nutzt der MeatMaster eine Technologie namens Dual Energy X-Ray Absorptiometry (DEXA), die Doppelröntgenabsorptiometrie, die kontinuierlich das gesamte Fleisch in Produktionsgeschwindigkeit scannt", sagt sie und fährt fort: "Im einfachsten Fall läuft das Fleisch auf einem Förderband durch den Analysator, ist dort den Röntgenstrahlen ausgesetzt und deren Absorption wird dann ermittelt und analysiert. Ein Bildschirm zeigt die Ergebnisse (Fett%, Gewicht und eventuelle Fremdkörper) an. Die Daten können auch in ein betriebsinternes Kontrollsystem eingegeben werden, beispielsweise, um Teilstück-Chargen mit einem automatischen Sortiersystem zusammenzustellen.
Warum ist die optimierte Röntgenenergie des MeatMaster wichtig für die Fleischproduzenten?
"Durch die genauere Bestimmung vom Fettanteil vermeiden die Fleischproduzenten die unnötige Verschwendung von Magerfleisch. Deshalb zahlt sich die Investition sehr schnell aus und selbst bei kleineren Herstellern sehen wir, dass das Gerät sich in weniger als 2–3 Jahren amortisiert hat", erläutert Marie. "Die Fremdkörpererkennung, insbesondere externe Fremdkörper wie Metallsplitter, erhöht die Lebensmittelsicherheit der Endprodukte. Die Erkennung von Fremdkörpern bereits in einem frühen Schritt des Prozesses hat einen weiteren Vorteil, weil dadurch Unterbrechungen und Stillstände im Produktionsablauf vermieden werden", erklärt sie.
Was sind die größten Verbesserungen beim neuen MeatMaster™ Flex?
“Der MeatMaster™ Flex basiert auf der gleichen Technologie wie der MeatMaster™ II, der Doppelröntgenabsorptiometrie. Wir haben eine spezielle Kamera entwickelt, die zwei Röntgenenergien gleichzeitig messen kann. Seit wir das Röntgen mit zwei Energien durchführen, können wir zwei Parameter bestimmen, Fettanteil und Gewicht. Wir verwenden die Informationen des Röntgenbilds in Kombination mit modernen Computerbild-Algorithmen, um Fremdkörper zu erkennen," sagt Elisabeth.
"Um auch bei niedrigeren Fleischstücken zu funktionieren, haben wir die Röntgenenergie in dieser neuen Applikation optimiert. Damit haben wir die Möglichkeit, den Kontrast zwischen Fett und Magerfleisch zu verbessern und auch Fremdobjekte leichter zu erkennen. Es wurde dadurch gleichzeitig möglich, die Röntgenabschirmung zu verkleinern, um eine kompaktere Lösung zu erreichen, die keine Wasserkühlung erfordert und leichter in die Produktionslinie zu integrieren ist", sagt Elisabeth, und Marie führt aus: "Um die genaueste Bestimmung des Fettanteils zu erhalten, wurde der Foodscan™ 2 für die Referenzanalyse und die aus dem vorherigen MeatMaster bekannte Kalibrationsmethodik zum Aufbau des Fettmodells für den MeatMaster Flex verwendet."
"In Bezug auf die Fremdkörpererkennung haben wir daran gearbeitet, die Detektion zu verbessern und die Anzahl der falsch positiven Ergebnisse zu verringern. Die Erhöhung der Empfindlichkeit kann eine Erhöhung der falsch positiven Ergebnisse zur Folge haben. Bei einem falsch positiven Ergebnis wird ein Fremdkörper erkannt, wo keiner ist. Die Folgen eines falsch positiven Ergebnisses sind Unterbrechung der Fleischproduktion und Aufwand für die Entfernung des Fremdkörpers. Darum ist es in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden sehr wichtig, die richtige Balance zu finden zwischen der Suche nach dem kleinsten Objekt und der Beschränkung des Risikos von Stillstand in der Produktion", erklärt Marie.
Gibt es einen Tipp, wie Kunden den MeatMaster X-ray Scanner nutzen sollten?
Jede Produktion hat andere Szenarien, Applikationen und Anforderungen. Unser bester Rat wäre, sich an einen unserer lokalen FOSS-Ansprechpartner zu wenden. Sie sind die Experten und helfen Ihnen, die richtige Lösung zu finden und Ihr Gerät so einzurichten, dass es für Ihre individuellen Anforderungen am besten passt.